Sesista

In SeSiSta Seminaren werden Kindern und Jugendlichen Lösungen, Möglichkeiten und Wege aufgezeigt, wie man Gewalt deeskalierend und selbstbewusst begegnet, bei Gefahren handlungsfähig bleibt und die typische "Opferrolle" bewusst ablegt.

Erkennen, Einschätzen und Bewältigen von Konflikt- und Gefahrensituationen bilden einen der Schwerpunkte des Kurses. Dadurch gewinnen die Kinder Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten und Stärken - und damit an Selbstbewusstsein.

Sie lernen vor allem, Zusammenhänge zwischen ihrer Körpersprache, ihrem Auftreten und der damit verbundenen Wirkung auf andere zu erkennen. Das beginnt beim einfachen Blickkontakt halten und reicht bis hin zu speziellen Übungen, bei denen den Kindern verdeutlicht wird, wie Körpersprache "funktioniert".

Ergänzend zu Rollenspielen, in denen ein der jeweiligen Situation angemessenes Verhalten trainiert wird, studieren die Kinder auch ein paar einfache aber wirkungsvolle Selbstverteidigungstechniken ein.

Jeder SeSiSta-Kurs ist speziell auf das Alter der Teilnehmergruppe abgestimmt. Diese Konzeption ermöglicht es, die jeweiligen Kursinhalte ganz konkret entsprechend der aktuellen Lebenssituation und Entwicklungsstufe des Kindes anzupassen.

Da SeSiSta ganzheitlich gesehen wird, können auch die Eltern in das Kursgeschehen mit eingebunden werden (praxisbezogenen Vorträge, beispielsweise darüber welche Möglichkeiten sie haben, ihre Kinder wirkungsvoll vor Gewalttaten zu schützen, präventive Möglichkeiten, die den Eltern durch entsprechende Erziehungsmaßnahmen zur Verfügung stehen.)


                                                    

 

Unsere SeSiSta-Regeln

1. Spricht mich jemand an, geh ich einfach weiter dann!

Wichtig ist es bei dieser Regel, einfach weiterzugehen und sich nicht ansprechen zu lassen.

 

2. Mama oder Papa müssen immer, immer, immer wissen, wohin ich gehe und mit wem ich gehe!

Erst wenn ich Mama oder Papa in die Augen geschaut habe und sie ja gesagt haben, kann ich gehen. (Auch Erwachsene können lügen z.B. Nachbar sagt: „Ich hab deine Mama schon gefragt, sie hat ja gesagt“)

Beispielgeschichte:

Nachbar sagt, wenn ich aus der Schule komme: „ Hilf mir doch schnell die Kisten rein zu tragen.“ Ich gehe mit, sehe die Hasen beim Nachbarn und spiele noch mit denen. Komme halbe Stunde zu spät heim > Eltern machen sich Sorgen.

  • Immer erst Bescheid sagen!

 

3. Greif mich - dann beiß ich!

Was mache ich, wenn mich jemand festhält?

Ich gehe drei Schritte mit und beiße ihm dann in die Hand.

Dann renne ich schnell weg.

 

4. 1,2,3 und schon bin ich frei!

Bei dieser Regel geht es darum, sich selbst befreien zu können, wenn mich jemand am Schulranzen festhält.

Dabei drücke ich meine Schultern und Arme nach hinten und renne los.

 

5. Drückst du mich hier, dreh ich mich wie eine Tür!

Drückt mich jemand an der Schulter, gebe ich nach und drehe mich.

 

 

Beispielhaft werden nun einige Inhalte aufgeführt:

 

  • Gute Angst-schlechte Angst

          Gute Angst lässt einen reagieren – sie ist wichtig, es ist gut, dass wir sie haben.

          Schlechte Angst lässt einen erstarren (handlungsunfähig)

  • dazu Szenen spielen

 

  • Nein heißt nein

          Höre auf dein (Bauch-)Gefühl und handle danach, egal was die anderen sagen, dann bist du der/die  

          Schlaue.

          Beispielgeschichte:

          Du sitzt mit Freund auf Apfelbaum. Dein Freund sag: spring runter. Dein Bauchgefühl sagt, das mag   

          ich nicht, ich kann mir weh tun. Dein Freund sagt“ spring sonst bist du ein Feigling.“/ „Bin nicht mehr

          dein Freund…“

          „Ich habe nein gesagt. Nein heißt nein (Hast du Tomaten auf den Ohren?)“

 

  • Schulheimweg – Hindernisse

          Jemand stellt sich mir in den Weg, oder hat Autotür offen und steht daneben, ich komme nicht vorbei

          oder geht mir nach

  • Einen weiteren Schulweg kennen.
  • Bei jemandem klingeln (bitte kommen Sie raus, ich werde bedroht)
  • oder in ein Geschäft gehen (Kinderschutzraum)

          Der Andere wird weggehen, weil er nicht gesehen werden will.

 

  • Geheimnisse

          Gute Geheimnisse: Gutes Buchgefühl, fühlt sich rundum gut an

          Schlechte Geheimnisse: Schlechtes Bauchgefühl, komisch, unangenehm

  • immer sofort Mama oder Papa oder einem anderen vertrauten Erwachsenen (Lehrerin, Erzieherin, Oma…) erzählen
  • Auch wenn der andere droht: „Dann tu ich dir was!“, sagen: ja ich verrate es keinem- heimgehen- trotzdem sagen!

 

  • Geschenke

          Für Geschenke muss man niemals etwas tun

          Beispielgeschichte: Freund von Papa schenkt mir Nintendo, am nächsten Tag treffe ich ihm im Garten

          und er sagt: Komm hilf mir mal etwas aus dem Auto zu tragen ich hab dir ja auch gestern ein Nintendo

          geschenkt.

          Sage nein: Geschenkt ist geschenkt, wenn ich etwas schenke; ist das ein Geschenk und dafür darf

          man nichts zurückverlangen.

 

 

  • Übungen

          Mit Pratze auf Kinder zukommen. Nicht Kopf einziehen; sondern Hände hochhalten, dagegen    

          schlagen.

          In der Klasse im Kreis: Wen ich berühren kann, der ist draußen aus dem Spiel.

          Hände oben: Andere sehen, dass ich Hilfe brauche (Hände, nicht Fäuste hoch, sonst könnten Leute

          denken, ich bin der Angreifer)

          Immer laut „STOPP! Das will ich nicht“, rufen. Andere Leute sehen so, dass ich geärgert werde und

          es kein Spaß für mich ist und helfen.

  • Mit Schwimmnudel im Kreis über die Köpfe der Kinder, Kinder müssen sich ducken